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Ein Bericht über die 50. Internationale Physik-Olympiade 2019 in Tel Aviv, Israel von Marianne Korner.
 

Spezialtraining

Traditionell erfolgt vor der IPHO ein Spezialtraining für das IPHO-Team, das heuer vom 30. Juni bis 05. Juli am BG/BRG-Mürzzuschlag stattgefunden hatte. Dieses Training gestalteten Marianne Korner (Wien), Stefan Lorbek (Mürzzuschlag) und Karin Galle (Wien).

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Abb. 1: Die drei Trainer/innen v. li. n. re.: Prof. Korner, Prof. Galle, Prof. Lorbek


Unser heuriges IPhO-Schüler-Team setzte sich zusammen aus:

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Stefan Gradauer

Wien, 18 Jahre

Elias Hohl

Graz, 16 Jahre

Lucas Hörl

Purkersdorf, 17 Jahre

Florian Moll

Klagenfurt, 18 Jahre

Jakob Prettenthaler

Graz, 18 Jahre

 

 Natürlich geht es beim Spezialtraining um Physik, aber nicht nur. Weitere wichtige Trainingsinhalte sind:

  • das Einüben taktisch günstiger Vorgangsweisen beim Knacken physikalischer Nüsse
  • der Umgang mit langen oder wenig strukturierten Texten
  • wie man in Aufgaben „hineinkommen“ kann
  • wie die eigene Persönlichkeit unter Anspannung und Stress reagiert (spielerischer Modellversuch) und was man dagegen tun kann
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Abb. 2: Spezialtraining in Mürzzuschlag

Abb. 3: Impressionen vom Spezialtraining

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Abb. 4: Abendliches gemeinsames Essen: Neben geistiger Nahrung kommt auch die körperliche nicht zu kurz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

50. IPhO-2019 in Tel Aviv

 

Anreise

Am Samstag, dem 06.07.2019 flog das österreichische Team nach Tel Aviv, wo wir nach einem etwa 3-stündigem Flug am späteren Nachmittag ankamen. Mit Bussen wurden wir in separierte Hotels gebracht, weil die IPhO-Schüler/innen und die Teamleader nicht im selben Hotel wohnen dürfen.

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Abb. 5: Abflug in Wien mit Unterstützung von Julius, der an der IPhO-2018 teilgenommen hatte.

Abb. 6: Der Bus, der uns zu den Hotels bringt, fuhr an einem Hydranten an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Opening Ceremony

Am Sonntagnachmittag fand die Opening Ceremony statt. Dabei wurden alle antretenden 68 Schüler/innen-Teams vorgestellt. Im Vergleich zu anderen Jahren war die Anzahl der Teams geringer, da nicht alle Staaten in Israel vertreten sein konnten oder wollten. Die Showeinlagen dieser sehr stimmigen Feier gestalteten fast ausschließlich Jugendgruppen aus Israel.

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Abb. 7: Einmarsch der österreichischen Delegation

Abb. 8: Schülerband beim anschließenden Buffet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wettbewerbe

Während die Leader (und unsere Observerin) die Aufgabenstellungen übersetzten, hatten die Schüler/innen Freizeitprogramm. Hingegen während die Schüler/innen den Wettbewerb absolvierten, hatten die Delegationsmitglieder Exkursionsprogramm, bzw. die Arbeiten zu korrigieren. Diese Aufgabenteilung fand zweimal statt: einmal für den theoretischen Wettbewerb und einmal für den experimentellen Wettbewerb.

 

Alle Wettbewerbsaufgaben sind hier zu finden.

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Abb.9: Leader beim Übersetzen

Abb. 10: Arbeitsplätze der Schüler/innen von oben

Abb. 11: Arbeitsplatz der Schüler/innen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse und Platzierungen

 

Familienname

Vorname

Punkte

Preis

Hohl

Elias

22,9

Silbermedaille

Hörl

Lucas

16,0

Bronzemedaille

Moll

Florian

11,3

Bronzemedaille

Gradauer

Stefan

10,6

Honourable Mention

Prettenthaler

Jakob

7,5

/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzliche Gratulation zu diesen hervorragenden Leistungen!

Statutengemäß wurden für die experimentelle Klausur maximal 20 Punkte vergeben und für die theoretische Klausur maximal 30 Punkte, was insgesamt maximal 50 Punkte ausmacht, die nach einem im Vorhinein festgelegten Korrekturschlüssel (marking scheme) zu vergeben waren. Bei der 50. IPhO erreichte ein chinesischer Schüler mit 43,5 Punkten die höchste Punkteanzahl und wurde als Overall-Winner gefeiert. Für die einzelnen Preisränge ergaben sich folgende Punktegrenzen:

Punktegrenze

Preis

 27,2

Goldmedaille

17,1

Silbermedaille

11,2

Bronzemedaille

8,3

Honourable Mention

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Aufgabenstellungen bei dieser 50. IPhO 2019 waren einerseits gut vorbereitet und hervorragend formuliert, jedoch vom Niveau her sehr schwer, was historisch niedrige Punktegrenzen für die Medaillen ergibt. Das Niveau der IPhO-Aufgaben ist weit über dem der Schule und würde auch für die meisten Physik-Bachelor-Studenten eine große Herausforderung darstellen.

Insgesamt wurden vergeben:

34-mal Gold; 66-mal Silber; 103-mal Bronze; 50-mal eine Honourable Mention.

 

Impressionen aus dem Exkursionsprogramm

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Abb. 12: Late Night Show zur Geschichte Jerusalems (Davids Burg)

Abb. 13: Jerusalem: jüdischer und arabischer Teil

Abb. 14: Nazareth

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Abb. 15: In der Festung der Kreuzritter in Akkon

Abb. 16: Strandspielereien (Qualle)

Abb. 17: Rafting am Jordan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Closing Ceremony und Farewell Party

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Abb. 18: Elias Hohl erhält Silber

Abb. 19: Lucas Hörl erhält Bronze

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Abb. 20: Florian Moll erhält Bronze

Abb. 21: Stefan Gradauer erhält die HM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Abb. 22: Einen weiteren Gewinn konnte das österreichische Team verbuchen, als es bei der Cracking Challenge (ein Spiel ähnlich einem Escaperoom) unter allen Teams den zweiten Platz errang.

 

Weitere Informationen

Die (etwa 140) Leader aus aller Welt versammelten sich in einem großen Saal im Konferenzhotel, um die zwei experimentellen Wettbewerbsaufgaben zu diskutieren und in die jeweiligen Landessprachen zu übersetzen.

Die Aufgaben wurden von den jeweiligen Autoren vorgestellt und besprochen. Dann erfolgte die vielstündige Diskussion und Kritik der drei Theorieaufgaben, die so lange dauerte, bis eine endgültige, offizielle, englischsprachige Version allgemein akzeptiert wurde, gemeinsam mit den zugehörigen Punkteschemata und den zu den Aufgabenstellungen gehörigen Antwortblättern. Das alles ging heuer erstaunlich schnell und wir konnten schon um 23 Uhr die Kopien der Ausdrucke in die Kuverts für die Schüler sortieren.

Natürlich dürfen wir Leader unseren Schülern/innen keinerlei Information über diese Aufgabenstellungen geben. Daher wohnten wir nicht nur in verschiedenen Hotels, sondern die Schüler/innen mussten alle internetfähigen elektronischen Geräte, wie Handys, Tablets usw. vor den Wettbewerben abgeben. Sie erhielten diese erst nach Absolvierung des experimentellen und des theoretischen Wettbewerbes zurück.

Am 09.07.2019 brüteten daher alle 363 Jugendlichen aus allen Kontinenten insgesamt fünf Stunden lang über den drei Theorieaufgaben. Wir Leader hingegen konnten uns erholen bzw. eine Exkursion genießen. Am Abend desselben Tages konnten Schüler/innen und Leader gemeinsam bei einem Dinner über diesen Teil der Olympiade diskutieren.

Der nächste Tag, der 10.07.2019 war für die Jugendlichen ein freier Tag. Wir Leader jedoch trafen uns am frühen Vormittag zur Besprechung der zwei experimentellen Aufgaben und deren Lösungen. Natürlich bekamen wir die Gelegenheit die entsprechenden experimentellen Aufbauten zu besichtigen und auszuprobieren.

Im Wesentlichen wiederholte sich das Spiel, d.h. wiederum wurden die Aufgaben vorgestellt und so lange diskutiert, bis wiederum eine allgemein akzeptierte offizielle englischsprachige Fassung vorlag, die dann in die Landessprachen übersetzt werden musste. Dieser Teil der Olympiade dauerte für uns Leader vom Vormittag bis Mitternacht, was wiederum eine erstaunlich schnelle Arbeit bedeutete.

Demzufolge stürzten sich die IPHO-Teilnehmer/innen am darauffolgenden Tag, dem 11.07.2019, auf die beiden Experimente.

Wir Leader bekamen die Kopien, sowohl der experimentellen als auch der theoretischen Arbeiten unserer Schüler/innen. Unsere Aufgabe war es, diese Arbeiten gemäß dem gegebenen Punkteschema zu korrigieren, zu bewerten und unsere Beurteilungen elektronisch an die Korrektur-Teams zu senden.

Als Korrektorenteams fungierte eine große Anzahl von Physikern und Physikerinnen aus Israel. Jedes dieser Teams war für eine bestimmte Aufgabe und für etwas mehr als ein Dutzend Länder verantwortlich.

Am 12.07.2019 standen sowohl für die Schüler/innen als auch für uns Leader Exkursionen auf dem Programm. Nichtsdestotrotz mussten wir Leader unsere Korrekturen an diesem Tag zu Ende bringen und die Ergebnisse an die Korrektoren weiterleiten.

Der 13.07.2019 war der Tag der sogenannten Moderations. Darunter versteht man ein Gespräch der Leader mit den zuständigen Korrektorenteams, um eine faire Punkteanzahl der Teilnehmer sicher zu stellen. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wurde mit den Unterschriften der Leader und den zuständigen Korrektoren besiegelt. Der Tagungspunkt, dem alle davor mit besonderem Interesse entgegenfieberten, war natürlich die endgültige Reihung der Schüler/innen gemäß deren erzielter Punkteanzahl, verbunden mit deren möglichem Preisrang.

Am 14.07.2917 gab es vormittags wiederum eine Sitzung aller Leader der teilnehmenden Länder. Dabei wurde über einige Abänderungsvorschläge hinsichtlich der Statuten (= dem IPHO-Regelwerk) abgestimmt. Außerdem stand die Wahl eines neuen IPHO-Sektrtärs an, da die Funktionsperiode des bisherigen abgelaufen war.

Am Nachmittag dieses Tages fand dann die feierliche Preisverteilung statt, auf die eine Farewell Party folgte, und am 15.07.2019 flogen wir wieder nach Österreich zurück.

 

Marianne Korner

Delegationsleiterin

 

 

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