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Ein Bericht über die 4. Europäische Physik-Olympiade 2020 von Moritz Hofer (Teilnehmer)

Wir schreiben das Jahr 2020: Globale Corona-Pandemie, Lockdowns, Reisesperren, uäm. Viel schlimmer aber noch: Absage aller Bewerbe der Physik-Olympiade, einschließlich der Internationalen Physikolympiade (IPhO) in Vilnius!

Die EuPhO

Um dieses Jahr aber nicht gänzlich ohne Physik gestalten zu müssen, beschloss Österreich heuer erstmals an der 2017 ins Leben gerufenen Europäischen Physikolympiade, kurz EuPhO, teilzunehmen. Diese sollte ursprünglich in Rumänien stattfinden, wechselte aber aufgrund der angespannten Reisesituation diesmal zum online-Format. Für diese für alle Beteiligten neue Situation erhielten die fünf besten (noch nicht zu alten) Schüler des Bundeswettbewerb-Finales der ÖPhO 2019 die Chance, als Pioniere Österreich auf europäischer Ebene zu vertreten. Insgesamt traten dieses Mal 260 Schüler aus 53 Nationen an. Ein absoluter Spitzenwert für die EuPhO, bei der im Vorjahr noch lediglich 35 Nationen vertreten waren. Dies liegt vor allem daran, dass viele Gastländer - speziell aus dem asiatischen Raum - dieses Jahr an der EuPhO teilnahmen, wohl ebenfalls, um ihren Schülern/innen einen IPhO-Ersatz anbieten zu können.

Teilnehmer/innen-Liste:

https://eupho.ee/wp-content/uploads/2020/07/eupho_contestants.pdf

Vorbereitung

Da wir Schüler in der Vergangenheit keinerlei Berührungspunkte mit der EuPhO hatten, war das Aufgabenformat für uns alle Neuland. In erster Linie ging es daher darum, uns einen Überblick über Aufgabentypen, Lösungsansätze und Themenschwerpunkte zu verschaffen. Die erste Überraschung ergab sich dabei bereits beim Betrachten der Angaben des Vorjahres: Alle Aufgaben passten auf eine Seite(!). Dies ist durchaus bemerkenswert, bedenkt man, dass bei der IPhO in der gleicher Zeit bis zu 20 Seiten abgearbeitet werden müssen. Um nun also ein wenig „Gespür“ für die Aufgaben zu erhalten, bekamen wir Übungsblätter und Examen der vergangenen Jahre als Übung für zu Hause, die wir danach in zwei Videokonferenzen mit den Professoren (Prof. Marianne Korner, Prof. Helmuth Mayr, Prof. Michael Schwarzer) besprechen konnten.

Wettbewerb

Gut vorbeAbbildung 1: Theorie unter CoVid-19-Verhältnissenreitet reisten wir also schließlich am Sonntag, dem 19. Juli 2020, in Wien an. Bereits am nächsten Tag startete der fünfstündige Theoriewettbewerb, welchen wir in den Räumen der Fakultät für Physik der Universität Wien bestritten. Mit ausreichend Nahrung versorgt erhielten wir das Angabe-Blatt mit den drei Theorieaufgaben, welche sich dieses Jahr als besonders knifflig herausstellten. Die Fragen kamen dabei aus den Teilbereichen der Elektrizitätslehre, der Mechanik und der Optik.

 

Am nächsten Tag standen nun die beiden Experimente auf dem Programm. Hierfür benötigten wir dieses Jahr anstatt Messwerkzeugen einen Laptop, da die Experimente lediglich aus Computersimulationen bestanden. Obwohl hierbei natürlich der gewisse Charme des „hands-on“-Experimentieren verloren geht, so muss erwähnt werden, dass beide Experimente tadellos funktionierten und durchaus Spaß bereiteten. Die erste Aufgabe drehte sich um die Ablenkung von Elektronen durch eine unbekannte Ladung, deren Stärke und Position bestimmt werden musste.

Abbildung 2: Ein Experiment-Arbeitsplatz

 

Aufgabe 2 hingegen beinhaltete Federn und Massen in einer Blackbox, wobei mithilfe der Kraft Rückschlüsse auf die Stärke der Federn und Schwere der Massen gezogen werden mussten.Abbildung 3: PC-Experimente werden bearbeitet

Im Großen und Ganzen waren die Aufgaben im Vergleich zu den Vorjahren deutlich schwieriger, was sich auch in den geringen Punktegrenzen für Medaillen niederschlug.

 

 

 

Theorie-Aufgaben:

https://eupho.ee/wp-content/uploads/2020/07/EuPhO_2020_Theory.pdf

Theorie-Lösungen:

https://eupho.ee/wp-content/uploads/2020/07/EuPhO20_Theory_Solutions-7.pdf

Experiment-Aufgaben:

https://eupho.ee/wp-content/uploads/2020/07/EuPhO20_experiment-1.pdf

Experiment-Lösungen:

https://eupho.ee/wp-content/uploads/2020/07/EuPhO20_experiment_Solutions.pdf

EuPhO-Homepage:

https://eupho.ee/eupho-2020/

 

Ergebnisse

Familienname

Vorname

Punkte

Preis

Hohl

Elias

20,95

Silbermedaille

Hofer

Moritz

9,80

Honourable Mention

Hörl

Lucas

6,75

/

Rainer

Markus

6,70

/

Popescu

Tiberian

4,50

/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Impressionen

Zum Schluss noch ein paar Impressionen von meiner Seite:

Abbildung 4: Allgemeiner Schnitzel-VerzehrPersönlich war ich höchst erfreut, dieses Jahr doch noch an einem Wettbewerb teilnehmen zu können und bin dankbar für diese Gelegenheit. Auch wenn die Aufgaben durchwegs „harte Nüsse“ waren, so ist die Freude, eine solche zu knacken, natürlich umso größer und befriedigender. Nur durch Herausforderungen lernt man, und die EuPhO dieses Jahr war eine solche. Neben dem Wettbewerb hatten wir Teilnehmer ein wenig Zeit uns Wien anzusehen und uns miteinander zu unterhalten, was aufgrund der gemeinsamen Interessen immer erheiternd ist. So ist zum Beispiel ein Abendessen mit dem Vizedekan der Fakultät für Physik, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Christos Likos, zu erwähnen, in dem unter anderem die Geschichte Europas unter verschiedensten Gesichtspunkten debattiert wurde. Für Außenstehende außerdem auffällig war wohl zudem der rekordverdächtige Verzehr von Wiener-Schnitzeln, welcher jedoch aufgrund der vorangegangenen Denkleistung völlig legitim war.

Abschließend möchte ich noch allen Betreuern, allen voran Prof. Marianne Korner und Prof. Helmuth Mayr, für diese Gelegenheit ein herzliches Dankeschön im Namen aller Teilnehmer aussprechen!

                                                                                              Bericht von Moritz Hofer (Teilnehmer)

 

Fotos-Quellennachweis:

(Alle Fotos wurden vom Autor selbst gemacht und zur Veröffentlichung freigegeben).

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